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Triebendorf

Erste Erwähnung:1267
Einwohner 1939:1712
Fläche:1618 ha [AK-01]
Gerichtsbezirk:Mährisch Trübau
Landkreis:Mährisch Trübau
tschech. Name:Třebařov
Sehenswertes: Volks- und Bürgerschule
Klosterruine Mariakron
Karte Schönhengstgau x
Triebendorf

Klosterruine Mariakron Triebendorfs Geschichte ist verbunden mit dem ältesten Augustiner-Eremitenkloster in Mähren, das der gekrönten Gottesmutter Maria geweiht war und daher Corona Mariae hieß. Erhalten ist nur noch die Ruine Mariakron. Es waren die beiden kleinen Orte Triebenhof und Legstang (Legstein), die einst unmittelbarer Besitz des Klosters waren. Zusammen mit Groß- und Klein-Triebendorf sowie den neueren Siedlungen Neustift und Friedrichsthal bildeten sie ab 1884 die Gemeinde Triebendorf.

Postkarte Triebendorf Das typische deutsche Waldhufendorf wurde nach langen Bemühungen am 19. Oktober 1910 durch kaiserliche Entschließung zur Marktgemeinde erhoben. Obwohl von der Landwirtschaft und den Bauern geprägt, gab es eine große Weberei mit immerhin über 70 Beschäftigten (1945). Eine Mühle mit Sägewerk und Elektrizitätserzeugung leitete 1922 die Elektrifizierung des Ortes ein. Zu den Gewerbebetrieben zählte zudem ein maschinell betriebener Steinbruch mit Schotterwerk.

Ortsansicht Triebendorf Triebendorf hatte ein entwickeltes Genossenschaftswesen und weihte 1927 eine sechsklassige Volks- und Bürgerschule ein. Der Maler Gustav Tauschinsky, bekannt geworden durch seine Landschaftsmalerei, für die ihm auch seine Heimat als Motiv diente - einige Wohnstuben seiner Landsleute zeugen davon -, siedelte sich nach einer Zeit in Mährisch Trübau in Triebendorf an und gilt seither bei manchem als Sohn des Ortes.

Gesangsverein Triebendorf Triebendorf konnte sich besonderer Musikpflege rühmen. Es gab Zeiten, da die Chormusik in der Triebendorfer Pfarrkirche als beispielgebend im weiten Umkreise anerkannt und geschätzt war. Sie wurde meist von der Lehrerschaft geleitet und behielt auch unter dem Chormeister Zecha ihre Bedeutung bei. Josef Zecha, der Gastwirt vom Gasthaus zum Hirschen, war ein leidenschaftlicher Musiker, der alle Instrumente beherrschte und sich als wendiger Dirigent, als Chormeister und Kapellmeister bewährte. Jahrzehnte lang bis 1945 besorgte er das Orgelspiel in der Kirche. Er gab Musikunterricht - Schüler kamen sogar aus umliegenden Dörfern - und gewann so Nachwuchs für die Musikkapelle, die unter seiner Stabführung zu allen Festen aufspielte und oft zu Gastspielen nach auswärts eingeladen wurde. Einer Anregung Zechas entstammt auch der 1897 gegründete Männer- Gesangverein, dessen Liedertafeln mit ihrer Mischung aus Liedern, kurzen possenhaften Sprechstücken und flotten musikalischen Weisen zu den beliebtesten gesellschaftlichen Ereignissen im Laufe des Jahres gehörten. (nach [TE-01])