An der vielgegliederten ehemaligen Ostgrenze des deutschen Siedlungsraumes lag eine der größten deutschen Sprachinseln, der Schönhengstgau.
Nur an zwei Stellen trennte je ein tschechisches Dorf den Schönhengstgau im Norden und Osten vom geschlossenen deutschen Sprachgebiet.
Die etwa 280 Kilometer lange Sprachgrenze des Gaues umfaßte einen Flächenraum von über 123000 Hektar. In 148 Gemeinden, darunter die Städte Hohenstadt, Stadt Landskron, Mährisch-Türbau, Müglitz und Zwittau lebten ca. 130000 Einwohner, von denen 84 Prozent Deutsche waren.
Ihre Vorfahren waren vor 750 Jahren auf den Ruf des Bischofs Bruno von Olmütz (Schaumburg) eingewandert und haben aus dem Grenzwald ein blühendes Land geschaffen, das alle Stürme der Hussitenkriege, des Dreißigjährigen Krieges und alle Slawisierungsbestrebungen des tschechischen Staates überstanden hat. Die Schönhengster haben nach der Vertreibung in den Jahren 1945/46 wie eine große Familie ihren Zusammenhalt wiedergefunden, den sie durch ihren Heimatbrief und die Heimattage in ihrer Patenstadt Göppingen pflegen.